Après-Ski und Chöre sind die Hauptverbreiter des Coronavirus in Österreich, mit letzter Sicherheit lassen sich die Ansteckungswege aber nicht nachweisen

coronavirus sars-cov-2

Die Behörden betreiben mit grossem Aufwand Contact-Tracing, die Nachverfolgung von Kontakten infizierter Personen. Ein Streit um den Infektionsherd Ischgl zeigt aber auch, wie umstritten die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind.

Ivo Mijnssen, Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Das sogenannte Contact-Tracing ist eines der wichtigsten Instrumente zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Federführend bei der Nachverfolgung der Virusverbreitung innerhalb der verschiedenen Infektionsherde in Österreich ist die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (Ages). Laut Franz Allerberger, dem Leiter des Bereichs Öffentliche Gesundheit und Infektiologie, sind 1196 Fälle des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 in 64 «Clustern» aufgeklärt. Das entspricht knapp zehn Prozent der 14 570 positiv Getesteten.

«Legehennen im Käfig haben mehr Platz»

Die erste Person, die demnach das Virus nachweislich im Land verbreitet hat, schleppte es aus Mailand ein und wurde in Wien am 27. Februar positiv getestet. Der mit Abstand grösste Cluster S umfasst aber den Skiort Ischgl und seine Umgebung. Fast zwei Drittel der in Österreich abgeklärten Fälle können auf diesen zurückgeführt werden – der Herd ist mehr als zehnmal so umfangreich wie die folgenden. Die wichtigsten Ansteckungswege fasst der Arzt und Epidemiologe Allerberger so zusammen: «Après-Ski und Chöre.» Letztere waren der Hauptgrund für die Verbreitung in drei kleineren Gruppen und auch beim Ausbruch des Virus in Südkorea massgeblich.

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