Die USA und das Ganovengeld aus Malaysia


Die USA haben einen Teil der beschlagnahmten 1MDB-Gelder an Malaysia überwiesen. Die dortige Regierung stammt jedoch aus dem Dunstkreis der 1MDB-Betrüger. Das wirft ein paar grundsätzliche Fragen auf.

Manfred Rist | Neue Zürcher Zeitung

Gegen die Drahtzieher des 1MDB-Skandal, laufen zwar Untersuchungen, etwa gegen den früheren Premierminister Najib Razak. Aber nichts deutet derzeit darauf hin, dass diese Prozesse vorangetrieben werden. Lim Huey Teng / Reuters

Die Realsatire der malaysischen Politik ist um eine kleine Episode reicher geworden: Die USA haben zu Beginn dieser Woche nämlich einen Teil der beschlagnahmten 1MDB-Gelder an die malaysische Regierung überwiesen. Es handelt sich um eine Tranche von 300 Mio. $, die seinerzeit auf betrügerische Weise aus dem ominösen Staatsfonds abgezweigt und in den USA investiert worden waren. Insgesamt hatten die amerikanischen Behörden Gelder und Sachwerte von über 1 Mrd. $ konfisziert.

Was zunächst wie ein ordentliches Verfahren aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eher problematische Rückerstattung. Gegen die Drahtzieher des grössten Korruptionsskandals, der den malaysischen Steuerzahler Milliarden kostet, laufen zwar Untersuchungen, etwa gegen den früheren Premierminister Najib Razak und dessen Angehörige. Nach anderen Betrügern wie Jho Low wird gefahndet. Aber nichts deutet derzeit darauf hin, dass diese Prozesse vorangetrieben werden.

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