Hasankeyf – der Stausee schluckt alles


Seit mehreren Monaten läuft das Wasser in den Stausee des Ilisu-Damms in der Türkei. Viele Kulturschätze sind bereits untergegangen. Ein ARD-Team hat einen Damm-Gegner der ersten Stunde begleitet.

Oliver Mayer-Rüth | tagesschau.de

Häuser am Staudamm | Bildquelle: Oliver Mayer-Rüth, ARD-Studio I

Der Umweltschützer Ulrich Eichelmann ist entsetzt. Von der einst so malerischen Stadt Hasankeyf sind nur noch Ruinen zu sehen. Viele Häuser sind bereits im Wasser des mesopotamischen Flusses Tigris versunken. Das sei ein Verbrechen, was hier von Wasser überdeckt werde, sagt Eichelmann. Denn hier versinke eine der wertvollsten Siedlungen und Stätten der Menschheit.

Seit Herbst vergangenen Jahres staut der gigantische Ilisu-Damm den Tigris. Jeden Monat kam das Wasser der Stadt gefährlich näher. Der türkische Staat ließ historische Bauten, wie eine jahrhundertealte Moschee und das Grabdenkmal eines Logistikunternehmens in einen Geschichtspark an den Rand der Retortenstadt Neu-Hasankeyf versetzen. Doch Hunderte Wohnhöhlen, in denen bis in die 1990er-Jahre noch Familien gelebt hatten, sind untergegangen, ebenso wie zwei mehr als 1000 Jahre alte Brückenpfeiler. Die Brücke über diesen Pfeilern sei Teil der Seidenstraße gewesen, berichtet Eichelmann.

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