Ich möchte von Jens Spahn nicht gelobt werden


Die Mitglieder der Bundesregierung sollten sich daran erinnern, dass sie nicht unsere Erziehungsberechtigten sind. Den paternalistischen Krisenton können sie auch zurückfahren. Wo bleibt die demokratische Debatte über die Grundrechtseinschränkungen?

Susanne Gaschke | WELT

Sicher ist es kein übergroßes Problem, noch zwei weitere Wochen mit Kontaktbeschränkungen und ohne Bundesliga durchzustehen. Woran sich die Mitglieder der Bundesregierung aber jetzt schon zu erinnern versuchen sollten, ist, dass sie weder unsere Vorgesetzten noch unsere Mütter oder Väter sind. Den paternalistischen Krisenton können sie gleich heute zurückfahren. Ich möchte von Jens Spahn für gar nichts gelobt werden, was ich tue oder unterlasse.

Ich möchte nicht noch einmal erklärt bekommen, wie man sich die Hände wäscht oder wohin ich nach der Krise zu reisen habe (Söder). Und ich möchte auch nicht im Gestus der Alternativlosigkeit verkündet bekommen, nur mit einer Kontroll-App gebe es einen Weg zurück in die Freiheit – unterschiedliche Meinungen in dieser Frage sind so nötig wie erlaubt.

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