Riesenzoff um Krankschreibung


Im Streit um das Ende von telefonischer Krankschreibung stellen sich Ärzte und Kliniken gegen die Kassen. Und die Grünen wollen, dass der Minister eingreift.

Rainer Woratschka | DER TAGESSPIEGEL

Umstrittene Entscheidung: Ab Montag ist Schluss mit Krankschreibungen per Telefon.Foto: Daniel Karmann/dpa

Der überraschende Beschluss, dass es trotz anhaltender Coronakrise ab Montag nicht mehr möglich sein soll, sich bei Atemwegsbeschwerden telefonisch krankschreiben zu lassen, hat zu einem heftigen Konflikt in der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens geführt. Nach Protesten der Ärztevertreter wandte sich nun auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) vehement gegen den kurzfristigen Stopp der bisherigen Ausnahmeregelung durch das oberste Selbstverwaltungsgremium und sprach von einer „Fehlentscheidung“, bei der man überstimmt worden sei. Man unterstütze „jede Initiative, diesen im Schnellverfahren am Freitag getroffenen Beschluss zu revidieren“.

Die gesundheitspolitische Sprechern der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, forderte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) „noch vor Montag außer Kraft zu setzen“. Der sehr kurzfristige  Beschluss konterkariere die Maßnahmen der Bundesregierung, „die ausdrücklich eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis Anfang Mai vorsieht, um unsere bisherigen Bemühungen in der Reduzierung der Infektionsausbreitung abzusichern“.

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