„Der Klimawandel ist gefährlicher als Corona“


Volker Mosbrugger ist Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Im Interview erklärt er die positiven Folgen der Corona-Krise für die Natur, den Schaden der Landwirtschaft – und warum Tesla alles richtig macht.

Christoph Schäfer | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Jacobsdorf in Brandenburg: Die milden Temperaturen und der geringe Niederschlag haben dem Ackerboden in den vergangenen Wochen zugesetzt. Bild: ZB

Herr Mosbrugger, die Wirtschaft steht nahezu still. Ist der weltweite Shutdown gut für die Umwelt?

Für die Umwelt ist er prima. Die Verschmutzung der Luft und auch die CO2-Emissionen haben deutlich abgenommen.

Das Umweltbundesamt sagt, Deutschland könne wegen des Kohleausstiegs und der Corona-Krise seine Klimaziele noch erreichen. Das klingt ebenfalls positiv.

Die Corona-Krise zeigt das Dilemma, in dem wir stecken. Das ganze Geschäftemachen, das Reisen und die Produktion führen dazu, dass es uns gutgeht. Aber sie sind schädlich für die Natur, weil wir bis jetzt keinen nachhaltigen Umgang mit ihr gefunden haben. Die Wirtschaft funktioniert im Moment nicht, aber die Natur erholt sich gerade.

Aber der jetzige Zustand kann doch keine Lösung sein!

Wir werden einen Kompromiss finden müssen. Was wir jetzt mit Corona erleben, das gibt einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, wenn wir weiter so schlecht mit unserer Natur umgehen.

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