Es geht nicht nur um Tierversuche, es geht um ein Forschungsverbot


Die Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot» würde künftig in der Schweiz lebensrettende Medikamente verbieten. Das sollte man klar und deutlich sagen.

Servan Grüninger | NZZamSonntag

Die Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot» sieht vor, dass  Tierversuche, die Forschung am Menschen und alle daraus entstehenden medizinischen Produkte komplett verboten werden. Elisabeth Real / Keystone

Die Vorlage fordert ein Totalverbot im Forschungsbereich, und das gleich in dreifacher Ausführung: Die Rede ist von der Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot», die vor einem Jahr eingereicht wurde und nun im eidgenössischen Parlament behandelt wird.

Geht es nach dem Willen der Initianten, so sollen künftig Tierversuche, die Forschung am Menschen und alle daraus entstehenden medizinischen Produkte komplett verboten werden. «Ja zum Forschungs- und Medizinverbot» wäre die treffendere Bezeichnung für die Vorlage.

Bei einer Annahme der Initiative dürften die Schweizer Hochschulen künftig keinerlei Forschung mehr mit Menschen durchführen. Und zwar nicht nur in Medizin und Biologie, sondern auch in der Psychologie, den Sportwissenschaften oder der Verhaltensökonomie. Die weltweiten Spitzenplätze unserer Forschungsinstitute und -unternehmen sowie die dazugehörigen Arbeitsplätze wären Geschichte.

Noch schwerer wiegt das Importverbot für Medikamente, Impfungen oder Implantate. Die Initiative sieht vor, dass keine neuen medizinischen Produkte mehr in die Schweiz eingeführt werden dürfen, die am Menschen oder an Tieren getestet wurden.

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