pLai3ΔenvLuc2 – Wurde mit HIV-Pseudovirus das Coronavirus für den Menschen gefährlich?

coronavirus sars-cov-2

Der französische Virologe Luc Montagnier – 2008 für seine Erforschung des HI-Virus (HIV) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet – geht davon aus, dass das SARS-CoV-2 Virus nicht von einem Tier übertragen worden ist, sondern in einem Labor entstanden sein muss

Mathias Bröckers | TELEPOLIS

In einer Fernseh-Diskussion sagte Professor Montagnier, dass er und ein Kollege bei einer Untersuchung des neuen Coronavirus RNA-Sequenzen von HIV gefunden haben, die nicht auf natürliche Weise zum Bestandteil von SARS-CoV-2 geworden sein könnten. „Um eine HIV-Sequenz in das Genom einzubringen, sind molekulare Werkzeuge nötig, und das kann nur in einem Labor gemacht werden“, so Montagnier. Er sei nicht der erste, der diese Merkwürdigkeit entdeckt hätte – ein indisches Forscherteam hätte ebenfalls HIV-RNA-Sequenzen in diesem Virus gefunden, doch sei dann unter Druck geraten ihr Papier zurück zu ziehen.

Eine plausible Vermutung ist laut Montagnier, dass das Virus aus dem „Wuhan Lab“, dem Virologischen Institut der Universität Wuhan (WIV) entkommen ist: „Es ist nicht natürlich, es ist die Arbeit eines Profis, eines Molekularbiologen, eines Sequenzuhrmachers. Zu welchem Zweck? Ich weiß es nicht… Eine meiner Hypothesen ist, dass sie einen AIDS-Impfstoff herstellen wollten.“

Was erst einmal klingt wie eine wilde Verschwörungstheorie, könnte nicht nur wegen der Expertise von Professor Montagnier durchaus Hand und Fuß haben – und wie in vielen unheimlichen Geschichten spielt eine abgelegene Höhle ein entscheidende Rolle. Ein Jahr lang waren 2011 Forscher des Wuhan Lab zusammen mit US-amerikanischen und australischen Kollegen in den Höhlen von Kunming, in der Provinz Yunnan im Süden Chinas unterwegs, um Fledermäuse zu fangen. Dabei ging es ihnen aber weniger um die „Hufeisen-Fledermäuse“ (Rhinolophus sinicus), als um die Viren, die sie beherbergen.

Ihre Jagd war sehr erfolgreich: In 117 Speichel-und Kotproben entdeckten sie 27 bisher unbekannte Viren, die dem schon bekannten SARS-Virus ähnlich waren. 2013 berichteten sie in „Nature“ über diese Entdeckung und die Isolation eines SARS-ähnlichen Virus, das die Protein-„Zacken“ auf seiner Corona-„Krone“ für das Andocken an menschliche ACE2-Rezeptoren nutzt.

In der Folge wurde mit diesen Neuentdeckungen experimentiert: Sie wurden isoliert, vermehrt und dann in verschiedenen Medien (Fledermauszellen, Mäusezellen, Menschenzellen) gegeben, um zu schauen, wie sie sich verändern, um sich an den neuen Wirt anzupassen. Am 9. November 2015 erschien darüber dann ein Artikel in „Nature Medicine“: „A SARS-like cluster of circulating bat coronaviruses shows potential for human emergence“, der später zwei interessante Ergänzungen erfuhr.

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