Steinzeitjäger verfügten über ganzes Arsenal tödlicher Waffen


Das Rätsel eines Holzfundes aus dem Braunkohletagebau bei Schöningen ist offenbar gelöst: Der Stock diente Frühmenschen als Jagdgerät. Er belegt, dass Homo heidelbergensis ein geschickter Konstrukteur effektiver Fernwaffen war.

Florian Stark | WELT

Ein 300.000 Jahre alter Wurfstock, aufgenommen bei seinem Fundort in Schöningen (Niedersachsen) Quelle: dpa

Die Jagd gehörte offenbar zu den wesentlichen Motoren der menschlichen Evolution. Die Organisation von Jagdgemeinschaften, das Nachstellen wehrhafter Tiere und das Aufbereiten und Konservieren von Fleisch förderten physische und psychische Intelligenz und Kommunikation. Mit der tierischen Nahrung wiederum gewann Homo eine energiereiche Ressource, die nicht zuletzt sein Gehirn wachsen ließ.

Welche Fertigkeiten Menschen bereits vor 300.000 Jahren erlangt hatten, zeigt ein Fund, der bereits 2016 im Braunkohletagebau Schöningen (Niedersachsen) gemacht wurde. Es handelt sich um ein Fichtenholz mit einer Länge von 64,5 Zentimetern, in der Mitte hat es einen Durchmesser von 2,9 Zentimetern und wiegt 264 Gramm. Wissenschaftler vom Senckenberg-Zentrum für menschliche Evolution und Paläoumwelt der Universität Tübingen und der Universität Liége (Belgien) haben darin ein Wurfholz erkannt, mit dem frühe Menschen Großwild wie Pferde trieben oder auf Vogeljagd gingen. Ihre Analyse stellen die Teams jetzt im Fachmagazin „Nature Ecology & Evolution“ vor.

weiterlesen