Mehr als 5.000 Tirol-Urlauber wollen sich Sammelklage anschließen


Der Großteil der infizierten Touristen kommt aus Deutschland, auch in den Niederlanden meldeten sich hunderte Betroffene. Schon mindestens sechs Todesopfer sind zu beklagen

Steffen Arora, Birgit Baumann | DERSTANDARD

Die Vorkommnisse rund um das Coronavirus in Tirol vom März 2020 sorgen international weiter für Schlagzeilen. In Tirol selbst sprechen Touristiker von einem „kommunikativen Meisterstück“. Foto: APA/EXPA/Erich Spieß

Tirol sorgt weiter für internationale Negativschlagzeilen. Die niederländische öffentlich-rechtliche NOS, vergleichbar mit dem österreichischen ORF, berichtete am Montag groß über mehrere hundert Niederländer, die in Tirol geurlaubt und sich dabei mit dem Coronavirus infiziert haben – und die sich nun der Sammelklage von Verbraucherschützer Peter Kolba anschließen wollen. Betroffene berichten, dass sie sich „betrogen fühlen“, weil die Wintersportsaison in Tirol einfach weiterging, obwohl den Verantwortlichen längst hätte klar sein müssen, welchen Gefahren sie die Touristen damit aussetzten.

NOS zitiert niederländische Tirol-Urlauber, die angeben, sich vor Reiseantritt im März noch extra erkundigt zu haben, ob ein Urlaub in Ischgl sicher sei. Sowohl in den Niederlande selbst als auch in Tirol habe man ihnen keinerlei gegenteilige Informationen gegeben, weshalb sie angenommen hatten, die Reise sei sicher. Dass die Skisaison trotz zahlreicher Warnungen und offenkundiger Infektionen von Urlaubern bis 15. März weitergelaufen ist, werfe die Frage auf, ob hier strafrechtlich relevantes Versagen der Verantwortlichen vorliege, so der NOS-Bericht.

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