Angst und Unsicherheit trotz Kirchenasyl: Gott hilft den Geduldigen


Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat wegen der innereuropäischen Grenzschließungen den Zeitraum für Abschiebungen einfach verlängert.

Marina Mai | taz

Eine Aktion pro Kirchenasyl (in Regensburg) Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa

In der Coronakrise müssen Flüchtlinge, die sich im Kirchenasyl befinden, dort länger ausharren als sonst. Dabei sind Abschiebungen, vor denen das Kirchenasyl schützen soll, derzeit fast unmöglich, da die meisten Staaten der Welt momentan niemanden aus der Coronahochburg Deutschland aufnehmen wollen. Und auch das Dublin-Abkommen, dem zufolge Flüchtlinge für ihr Asylverfahren in den europäischen Staat zurückgeschickt werden, den sie als ersten betreten haben, wurde während der Coronakrise ausgesetzt.

Doch laut Gottfried Martens, Pastor der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitsgemeinde in Steglitz, in der mehrere Afghanen und Iraner Schutz vor Rückführungen in andere EU-Staaten suchen, haben seine Schützlinge in den vergangenen Tagen Post vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bekommen. Darin erkläre das Amt, die Frist für die Überstellung in andere EU-Staaten werde einfach um die Monate der Coronakrise verlängert. Martens: „Dieser Brief war für die Flüchtlinge sehr bitter. Die rechtliche Begründung war so hanebüchen, dass ich mich frage, ob das ein Praktikant im Bundesamt geschrieben hat.“

weiterlesen