Corona: Sterbefälle auf weiter hohem Niveau

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Anders als bei der Zahl der Neuinfizierten gibt es bei den Todesfällen in Deutschland bisher keinen abnehmenden Trend. Dunkelziffer weiter unbekannt, aber in anderen Ländern hoch

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Am gestrigen Dienstag sind nach den von der Funke Medien Gruppe gesammelten Daten in Deutschland 327 neue Corona-Todesfälle hinzugekommen. Jeden Tag sind es zurzeit zwischen 200 und 300 neue Todesfälle. Es soll ja immer noch Menschen geben, die es mit dem Bundesgesundheitsminister halten, der im Januar meinte, das sei alles so etwas ähnliches wie eine Grippewelle.

Tatsächlich sieht ja auch die Gesamtzahl von etwas über 5.000 gemeldeten Toten im Vergleich zu den gern zitierten schwersten Grippewellen mit rund 20.000 Sterbefällen noch nicht so beeindruckend aus. Allerdings werden dabei Äpfel mit Birnen verglichen und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen ist die Coronakrise noch keineswegs abgeschlossen, und sollte die Zahl der täglich gemeldeten Sterbefälle nicht deutlich zurückgehen, dann haben wir die 20.000er Marke in rund zwei Monaten erreicht. Und da es keinen Impfstoff und auch noch keine wirklich wirksamen Medikamente für die schwersten Fälle gibt, ist die einzige Möglichkeit zur Schadensbegrenzung bis auf weiteres, die Zahl der Neuinfektionen zu verringern. (Nebenbei: Es mehren sich übrigens die Berichte über Langzeitschäden bei Genesenen.)

Zum anderen gibt es einen wesentlichen Unterschied im Charakter der Daten. Bei den Corona-Todesfällen handelt es sich in Deutschland um Menschen, die als Corona-Patienten bekannt und verstorben waren. Bei den Grippe-Sterbezahlen handelt es sich hingegen nur in Ausnahmefällen um gemeldete Grippefälle. Vielmehr wird die Zahl der Grippetoten aus der Sterbestatistik abgeschätzt.

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