Deutschland: Akzeptanz von Anti-Corona-Kontaktbeschränkungen lässt nach


Je länger ein „Social Distancing“ dauert, desto stärker wird potentiell der Drang, Gewohnheiten nachzugehen, die man vermisst

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Einer vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Auftrag gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap nach sinkt in Deutschland die Akzeptanz für die von der Politik verhängten Anti-Corona-Kontaktbeschränkungen. Während ihnen Ende März 87 Prozent der Deutschen zustimmten, sind es jetzt bloß noch 74 Prozent. 18 Prozent lehnen sie inzwischen explizit als „übertrieben“ ab.

Eine Ursache für diese Entwicklung dürfte deren Dauer sein: Je länger ein „Social Distancing“ dauert, desto stärker wird potentiell der Drang, Gewohnheiten nachzugehen, die man vermisst. Vom Besuch bei Freunden und Verwandten bis hin zum Termin beim Friseur, an den jeder morgendliche Blick in den Spiegel täglich etwas dringender mahnt. Gleichzeitig steckt jeder Corona-Infizierte den offiziellen Zahlen nach nun nicht mehr drei weitere, sondern nur noch weniger als eine andere Person an, was die Seuche nun weniger gefährlich erscheinen lässt als im letzten Monat.

Sorgen über die wirtschaftliche Auswirkungen eines Langen Lockdowns

Hinzu kommen bei vielen Bürgern Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Langen Lockdowns. Bei manchen sind sie eher abstrakt, bei anderen dagegen sehr konkret – etwa bei Personen, die in der Gastronomie arbeiten.

Damit die von der nun beschlossenen Senkung der Umsatzsteuer von 18 auf sieben Prozent profitieren kann, muss sie erst einmal wieder öffnen dürfen. Für die jetzt erlaubten Lieferungen nach Hause gilt nämlich bereits seit 2012 der ermäßigte Mehrwertsteuersatz. Hinzu kommt, dass die auf dieses Jahr beschränkte Senkung nur Speisen betrifft, während auf die in vielen Gastwirtschaften wirtschaftlich wesentlich bedeutsameren Getränke weiterhin 18 Prozent für den Staat aufgeschlagen werden muss.

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