Das Erbgut aller Wirbeltiere entstand aus 17 Chromosomen


Wann immer von der Entstehungsgeschichte des Lebens auf der Erde die Rede ist, geht es um Zeiträume, die sich kein Mensch mehr vorstellen kann: Vor etwa 500 Millionen Jahren spaltete sich die Linie der Lanzettfischchen von jenen schwimmenden Kreaturen ab, aus denen „kurz“ darauf die ersten Wirbeltiere entstanden.

Die Presse

Die Lanzettfischchen (Branchiostoma) haben sich kurz vor der Entstehung der Wirbeltiere abgespalten. Hans Hillewaert / CC BY-SA 4.0

Der Vergleich der heute noch lebenden Nachfahren der Lanzettfischchen mit der Vielfalt an Wirbeltieren, die inzwischen den Planeten bewohnen, erlaubt Forschern, mit modernen DNA-Analysemethoden und den Algorithmen der Bioinformatik die Äonen der Evolution zu rekonstruieren. So haben es auch der Biologie Oleg Simakov und sein Team an der Universität Wien gemacht: Durch Vergleich des Erbguts von Neunaugen, Knochenfischen, Fröschen, Hühnern und des Menschen mit jenem der Lanzettfischchen konnten die Wissenschaftler zeigen, wie das Genom der allerersten Wirbeltiere wohl ausgesehen hat. Wie sie im Fachjournal Nature Ecology and Evolution (20. 4.) schreiben, bestand es aus 17 unabhängig vererbten Chromosomen.

Genom mehrmals verdoppelt

Durch Vermischung, Verschmelzung und Verdopplung haben sich daraus so unterschiedliche Varianten wie die 87 Chromosomenpaare der Neunaugen, zwölf der Laubfrösche, 39 der Hühner oder die 23 des Menschen entwickelt.

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