Kontaktlinse misst Blutzucker und setzt Arznei frei


Bisher müssen die meisten Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel durch einen Pieks in den Finger messen. Doch in Zukunft könnte möglicherweise eine neu entwickelte Kontaktlinse diese Aufgabe übernehmen – und sogar direkt die passende Dosis eines entsprechenden Medikaments freisetzen. Möglich wird dies durch einen in den Rand der Linse integrierten Biosensor, der den Glukosegehalt der Tränenflüssigkeit misst sowie ein ultradünnes Wirkstoffreservoir, das sich ferngesteuert öffnet. In ersten Tests mit Kaninchen hat sich diese Mehrzweck-Kontaktlinse als verträglich und funktionsfähig erweisen, wie nun Forscher berichten.

wissenschaft.de

Diabetes-Kontaktlinsen nach der Fertigung. (Bild: Sei Kwang Hahn, Geon-Hui Lee, Su-Kyoung Kim)

Normalerweise reguliert unser Körper den Blutzucker selbst: Steigen die Werte im Blut nach einer Mahlzeit an, geben Zellen der Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin ab, das für die Aufnahme des Zuckers in die Zellen sorgt. Doch bei Menschen mit Diabetes Typ 1 und starkem Diabetes Typ 2 funktionieren die insulinproduzierenden Zellen nicht mehr richtig. Diese Patienten müssen daher selbst ihren Blutzucker messen und sich die jeweils nötige Menge an Insulin injizieren. Für die Betroffenen bedeutet dies, dass sie sich regelmäßig in die Fingerkuppe pieksen und dann selbst eine Spritze setzen müssen – das ist schmerzhaft und kostet Überwindung. Deshalb suchen Wissenschaftler schon seit längerem nach alternativen Methoden für die Blutzuckermessung und die Applikation des Insulins. So gibt es bereits erste Prototypen von Sensor-Pflastern mit Mikronadeln oder auch „intelligenten“ Gelen, die nur bei Bedarf den Wirkstoff freigeben.

weiterlesen