Null Tote und zwei Corona-Fälle in elf Tagen – Vietnam wird Musterschüler

coronavirus sars-cov-2

Gegen das Virus mit wenig Geld: Ohne teure Medizintechnik hat Vietnam Covid-19 in den Griff bekommen – die Maßnahmen sind dennoch schwer zu kopieren

Manuel Escher | DERSTANDARD

Vietnam setzt im Kampf gegen Corona auf Aufklärung. Dabei kommt neben modernen Videos auch altbekannte Propaganda zum Einsatz. Foto: EPA / Lung Thai Linh

Was andere Staaten mühsam versuchen, ist Vietnam nicht nur ein-, sondern schon zweimal geglückt: die Übertragung des neuen Coronavirus im eigenen Land quasi zu stoppen. Zwei neue Fälle werden seit 15. April im dichtbesiedelten südostasiatischen Land gemeldet, insgesamt waren es bisher nur 268. Tote hat das Land bisher gar nicht zu verzeichnen – trotz der geografischen Nähe zu China. Und nicht nur das: Auch der wirtschaftliche Schaden für die 95 Millionen Vietnamesinnen und Vietnamesen wird sich laut Prognosen in Grenzen halten – derzeit wird dem eigentlich so exportorientierten Land noch immer Wachstum prognostiziert.

Vietnam, so muss man es sagen, steht glänzend da, dieser Tage wurden erstmals Maßnahmen gelockert: Inlandsflüge finden seit Donnerstag statt, Versammlungen von bis zu 20 Menschen sind wieder erlaubt, und auch Busse und Züge fahren Arbeiterinnen und Arbeiter wieder durchs Land. Geschafft hat es das Land mit einem anderen Rezept als viele der weiteren erfolgreichen Staaten in Asien: Für „Tests, Tests, Tests“ wie in Südkorea ist der Staat nicht wohlhabend genug – man setzt auf sie nur in Maßen. Stattdessen liegt der Erfolg wohl in einer sehr schnellen Reaktion der Regierung und gesundem Misstrauen gegenüber China. Er liegt aber auch in zahlreichen Maßnahmen begründet, wie sie in westlichen Demokratien nur schwer zu kopieren wären.

weiterlesen