Rechter Nordkreuz-Prepper Marko G.: „Eine einmalige Verfehlung“


Ein Polizist bekommt eine Bewährungsstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes. Das Urteil zeigt, wie das Gericht bei der Motivsuche versagte.

Sebastian Erb | taz

Wenn ein Gericht zum ersten Mal gegen einen Angeklagten verhandelt, ist es eine so genannte Tatsacheninstanz. Die Beweise der Staatsanwaltschaft werden gewürdigt, die Einlassungen des Angeklagten auch. Zeugen werden befragt. Über all das werden dann Paragrafen des Strafgesetzbuches gelegt wie eine Folie und am Ende wird ein Urteil gefällt. Darin steht, ob der Angeklagte schuldig ist und wie er bestraft wird. Und vor allem ist darin beschrieben, was er Strafbares getan hat. Das Urteil hält die Tatsachen fest.

Im Urteil des Landgerichts Schwerin gegen Marko G. liest man etwa: Es stehe fest, „dass es sich bei dieser Tat um eine einmalige – wenn auch zeitlich und inhaltlich sehr ausgedehnte – Verfehlung gehandelt“ habe.

Marko G., 49 Jahre alt, ist Polizist, er war lange beim Spezialeinsatzkommando (SEK) in Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem ist er Chef der Prepper-Gruppe Nordkreuz, die als Teil des „Hannibal“-Netzwerkes bekannt wurde. Gegen zwei ihrer Mitglieder ermittelt der Generalbundesanwalt wegen Terrorverdachts.

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