Und er leuchtet doch

Bild von sl1990 auf Pixabay

Nach einer seltsamen Phase der Dunkelheit hat der Riesenstern Beteigeuze zur üblichen Helligkeit zurückgefunden. Manch einer hatte auf ein stellares Spektakel gehofft.

Patrick Illinger | Süddeutsche Zeitung

Foto: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/E. Gorman/P. Kervella. Fast schon Gaswolke: Beteigeuze, gesehen vom Radioteleskop Alma.

Zu den Errungenschaften der Moderne gehört, dass man auf sozialen Netzwerken nicht nur Menschen folgen kann, sondern auch Sternen. Ein besonders prominenter Himmelskörper hat den Twitter-Namen @betelbot. Nahezu täglich twittert dort der Stern Betelgeuse, der im Deutschen aufgrund eines historischen Schreibfehlers Beteigeuze heißt. Es ist der von der Erde aus gesehen linke Schulterstern des Orion und eines der auffälligsten Leuchtzeichen am Nachthimmel. Nun hat @betelbot gemeldet, dass er wieder hundert Prozent seiner einstigen Helligkeit erlangt hat.

Das ist insofern erwähnenswert, als der riesige Stern, ein roter Überriese mit 700-fachem Sonnendurchmesser, in den vergangenen Monaten beträchtlich an Helligkeit verloren hatte. Zeitweise war sein Leuchten auf ein Drittel der normalen Werte abgefallen. Die Abschwächung hatte Astronomen zu heftigen Spekulationen verleitet: Stand Beteigeuze kurz vor der Explosion? Würde er als Supernova sein Sternendasein aushauchen? Es wäre ein heftiges, auf der Erde wochenlang mit bloßem Auge sichtbares Spektakel.

weiterlesen