USA: Schwarze Bevölkerung besonders von Pandemie betroffen


„Wenn das weiße Amerika einen Schnupfen bekommt, holt sich das schwarze Amerika eine Lungenentzündung“, heißt es. Für das Coronavirus gilt das offenbar besonders, wie eine Gemeinde im New Yorker Stadtteil Harlem zeigt.

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Reverend Johnnie Green stand allein am Grab von Cathy Williams, die als erstes Mitglied der „Mount Neboh Baptist Church“ von Harlem dem Coronavirus erlegen war. Ihre Familie hatte ihn darum gebeten, der angehenden Pastorin das letzte Geleit zu geben. Niemand sonst durfte wegen der Pandemie an der Beerdigung teilnehmen.

„Ein wunderbarer Mensch“, erinnert sich Green an die engagierte Leiterin des Kirchenchors, die sich an einem Montag krankgemeldet hatte. Tags drauf kam die 65-Jährige ins Krankenhaus und war sechs Tage später tot. Das erste von neun Opfern der Baptisten-Gemeinde, die als Symbol dafür steht, wie hart vor allem das schwarze Amerika von der Corona-Krise getroffen ist.

Angst bei jedem Telefonklingeln

Es folgten eine Diakonin, mehrere Mitglieder des Kirchenvorstands, Freiwillige in der Sonntagsschule und Abendmahl-Helfer. Aus Sorge vor weiteren Hiobsbotschaften traue er sich nicht mehr, ans Telefon zu gehen, sagt Pfarrer Green, der die Traditionsgemeinde im Herzen Harlems seit 2006 führt. „Ich weiß von mindestens 20 anderen, die positiv auf das Virus getestet wurden.“

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