„Ganz ohne Tierversuche wäre die Forschung extrem gehemmt


Die medizinische Forschung wäre ohne Tierversuche „gehemmt“, sagt der Neurowissenschaftler und Biologe, Stefan Treue. Das gelte auch bei der Suche nach Impfstoffen. Dennoch dürften Tierversuche nur durchgeführt werden, wenn sie „alternativlos“ seien.

Stefan Treue im Gespräch mit Ute Welty | Deutschlandfunk Kultur

Die praktische Erfahrung zeige, dass kaum ein medizinsicher Durchbruch in den letzten 100 Jahren ohne Tierversuche gelungen sei, sagt Stefan Treue. (Getty Images / China Photos)

Tierschutz spiele in der Wissenschaft heute eine größere Rolle als noch vor 50 Jahren – „und das ist gut“, meint Stefan Treue. Der Neurowissenschaftler und Biologe ist Sprecher der Initiative „Tierversuche verstehen“ und setzt sich für einen ethisch vertretbaren Umgang mit Tierversuchen ein – zum Beispiel bei der Suche nach Impfstoffen.

„Wenn es Alternativen gibt, dann sind Tierversuche nicht vertretbar“, betont Treue. „Das muss in vielen Einzelfällen jeweils entschieden werden.“ Oft könne die Forschung mit Zellkulturen, Computermodellen oder auch Untersuchungen am Menschen arbeiten, „aber eine Reihe von Fragen könne wir nur über Tierversuche klären“, so der Wissenschaftler.

Tierversuche müssen „alternativlos“ sein

Tierversuche dürften im Einklang mit den gesetzlichen Grundlagen nur dann durchgeführt werden, „wenn sie alternativlos sind – und von entscheidender Bedeutung“ – seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. In der medizinischen und biologischen Forschung gehöre die Abwägung zum Tagesgeschäft, sagt der Wissenschaflter. Leid von Tieren müsse auf ein absolutes Minimum reduziert werden. „Wir müssen nachweisen, dass das, was wir tun unerlässlich ist.“

weiterlesen