Sommerurlaub: Berlin findet, Österreich darf nicht Ischgl werden


Die heimischen Avancen, den Tourismusmotor auch mit deutschen Urlaubern ehebaldigst wieder zu starten, stoßen bei Deutschlands Außenminister auf wenig Gegenliebe

Manuel Escher, Regina Bruckner | DERSTANDARD

Sie haben es doch noch nicht vergessen. Österreichs Versuche, nach den zahlreichen Infektionen deutscher und skandinavischer Urlauber in Ischgl den Tourismusmotor schon für diesen Sommer neu zu starten, sind in Berlin eher nicht auf ein erfreutes Echo gestoßen.

„Was ein Infektionscluster in einem beliebten Urlaubsgebiet in den Heimatländern der Touristen anrichten kann, haben wir bereits erlebt“, sagte Außenminister Heiko Maas der Bild am Sonntag. Dass man im Sommer zu einer touristischen Normalität zurückkehren könnte, wie von Österreichs Regierung in den vergangenen Tagen öffentlich angedacht, halte er für unwahrscheinlich. „Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken“, sagte der SPD-Politiker.

Rückkehr zur Reisefreiheit

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Freitag ja eine Videokonferenz mit Amtskolleginnen und -kollegen aus sechs anderen Staaten abgehalten, die aus der Sicht Wiens das Coronavirus ebenso erfolgreich bekämpft hätten wie Österreich. Mit den Regierungschefs aus Neuseeland, Australien, Israel, Dänemark, Griechenland und Tschechien – die allesamt weniger Corona-Tote beklagen als Österreich – sei er übereingekommen, die Rückkehr zu einer Reisefreiheit zwar als Ziel zu sehen, so Kurz danach zurückhaltend – „aber wir werden das zunächst einmal mit unseren Nachbarn tun können“.

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