Berliner Mediziner halten Lockerungen der Schutzmaßnahmen für verfrüht


In Berliner Ämtern und Kliniken rechnet man mit einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen. Die Bezirke führen eine Tracking-Software ein.

Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Drive-In Corona-Teststation vor dem Estrel-Hotel in Berlin-NeuköllnFoto: imago images/Future Image

Während in der Politik über Sinn und Unsinn der Lockerungen gestritten wird, sprechen auch Ärzte über ein womöglich „zu frühes“ Aufweichen der Schutzmaßnahmen. Insbesondere Grüne plädierten zuletzt für weniger Härte, während Sozialdemokraten vor Leichtsinn warnten. Zahlreiche Mediziner – darunter Experten diverser Krisenstäbe – tendieren dazu, nach wie vor strenge Einschränkungen für nötig zu halten. 

Infektionsexperten sagten am Montag in internen Debatten, zuletzt sei die Reproduktionszahl in Berlin auf 0,7 gesunken – das heißt, dass im Mittel jeder Coronavirus-Infizierte weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Hätte man mit den Lockerungen gewartet, wäre die Rate wohl „im Mai auf 0,1“ gesunken.

Nun rechne man jedoch, hieß es in Ämtern und Kliniken, mit steigenden Infektionszahlen. Unklar sei allerdings, ob das sonnige Wetter helfe, die Verbreitung des Virus aufzuhalten.

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