Ethikrat-Mitglied unterstützt Schäuble in Lebensschutz-Debatte


Die Kölner Juristin und Philosophin Frauke Rostalski, neues Mitglied des Deutschen Ethikrats, unterstützt die jüngste Intervention von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zur Corona-Krise.

evangelisch.de

. In einem Gastbeitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag) unterstreicht die Direktorin des Instituts für Straf- und Strafprozessrecht der Universität zu Köln Schäubles Aussage, dass die Verfassung keinen absoluten Lebensschutz garantiere: „Vielmehr wird auch das Leben gegen andere Rechtsgüter abgewogen.“ Als Beispiel nennt Rostalski den Verzicht auf Organentnahmen an Verstorbenen, wenn diese dem vorher nicht zugestimmt haben.

„Wir tun dies nicht, obwohl auf diese Weise Leben gerettet werden könnten – weil wir die Selbstbestimmungsfreiheit des Menschen auch über seinen Tod hinaus schützen und in dieser Konstellation also stärker gewichten als den Lebensschutz“, erläutert Rostalski. „Übertragen auf die potenzielle Lockerung von Corona-Maßnahmen heißt das: Wenn wir entscheiden, dass Kitas und Schulen weiter geschlossen bleiben oder aber Menschen ihre Reha-Maßnahmen (wieder) antreten dürfen, befinden wir uns schon mitten in der Abwägung.“

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