Präsident der nigerianischen Humanisten wegen Blasphemie verhaftet


Am Dienstag wurde Mubarak Bala, Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria, aufgrund einer Anzeige wegen Blasphemie verhaftet. Im muslimischen Norden Nigerias kann Bala die Todesstrafe drohen, da dort islamisches Recht gilt.

Daniela Wakonigg | hpd.de

© Humanist Association of Nigeria

Vor sechs Jahren wurde Mubarak Bala zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, weil er sich als Atheist geoutet hatte. Die International Humanist and Ethical Union (IHEU), die eine Petition gegen Balas Zwangseinweisung ins Leben gerufen hatte, berichtete damals:

„Bala hatte in Gegenwart von Verwandten erklärt, er glaube nicht an Gott. Diese hätten daraufhin einen Arzt beauftragt, herauszufinden, ob Bala geisteskrank sei. Ein zweiter Mediziner stellte kurz darauf fest, Balas Atheismus sei nichts weiter als die Nebenwirkung einer Persönlichkeitsstörung.“

Zahlreiche internationale Medienberichte führten damals dazu, dass Mubarak Bala die Psychiatrie wieder verlassen konnte. Heute ist er Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria und hat dort als bekannter Humanist in den vergangenen Jahren aktiv zum Wachstum der säkularen Bewegung beigetragen.

Sein Engagement hat unter Religiösen viel Hass hervorgerufen. In den vergangenen Wochen erhielt Bala verstärkt Morddrohungen und nun führte eine  Anzeige wegen Blasphemie gegen den Propheten Mohammed zu seiner Verhaftung, wie Leo Igwe, Menschenrechtsaktivist und Kuratoriumsmitglied der Humanistischen Vereinigung von Nigeria berichtet. Die von einer Anwaltskanzlei professionell gefertigte Anzeige lässt eine gezielte Kampagne religiös-muslimischer Kräfte gegen Bala vermuten, der nach seiner Verhaftung in Kaduna im Norden Nigerias am Dienstag heute an die Behörden des Bundesstaats Kano überstellt wurde, wo die Anzeige gegen ihn eingereicht wurde.

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