Mit Kommunisten unter Tage: Arbeiterpriester gehen einen eigenen Weg


Ihre Bewegung wurde sogar schon zwei Mal verboten. Dabei wollen Arbeiterpriester einfach nur nah dran sein an denen, die nicht zur bürgerlichen Welt der Kirche gehören. Über Seelsorge auf Augenhöhe – am Fließband oder unter Tage.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Bild: © KNA

Wohin gehört ein Priester? Hinter den Altar, haben die meisten Menschen über viele Jahrhunderte befunden. Der französische Dominikanerpater Jacques Loew hatte Anfang der 1940er Jahre andere Pläne: Er beschäftigte sich mit der Sozialen Frage und war der Meinung, dass die zahlreichen Arbeiter kaum kirchlich betreut wurden. Denn die Kirche seiner Zeit war sehr bürgerlich, die Belange der Arbeiter spielten in ihrem Denken keine große Rolle. Loew verabschiedete sich deshalb von seinem bisherigen gut situierten Leben und ging als normaler Arbeiter in die Docks von Marseille, um für die hart schaffenden Menschen dort da zu sein. Hier hatte er als Priester keine Sonderrolle. Er verrichtete die gleiche Arbeit wie alle anderen und begegnete ihnen auf Augenhöhe – unterstützte seine Kollegen darüber hinaus aber noch geistlich.

Das Prinzip, nach dem Loew 1941 zu leben begann, sollte später als der Typ des Arbeiterpriesters bekannt werden. Doch der Weg hin zu einer Seelsorge für diejenigen außerhalb des Kreises der regelmäßigen Kirchgänger war kurvenreich. Jacques Loew hatte nämlich kein fertiges Konzept für eine Bewegung geschrieben, er war als Einzelner aus persönlichem Antrieb zu den Menschen am unteren Ende der sozialen Hierarchie gegangen.

weiterlesen