Zum 250. Geburtstag von Hegel Absoluter und zeitloser Denker


Der Philosoph Georg Wilhelm Hegel wäre am 27. August 250 Jahre alt geworden. Seine Überlegungen sind auch heute noch aktuell, etwa seine Fragen nach Anerkennung und Verzeihen.

Dennis Yücel | DER TAGESSPIEGEL

Georg Wilhelm Friedrich Hegel gilt gemeinhin als der letzte große Systemphilosoph der Geschichte – der letzte Denker, der den Anspruch erhob, die gesamte Wirklichkeit erklären zu können. Von den Gesetzen der Natur bis zu jenen der Geschichte, der Staatstheorie, Kunst, Religion und den Gesetzen des Denkens selbst. 

„Hegel gilt als der Denker des großen Ganzen“, sagt Dina Emundts, Professorin für Philosophie an der Freien Universität. „Das übt bis heute einen besonderen Reiz aus – wurde aber gerade in den vergangenen Jahrzehnten auch sehr kritisch gesehen.“

Niemand nach Hegel habe mehr einen derart holistischen Ansatz gewagt, sagt Philosophie-Professor Georg Bertram. Mitunter habe man solche Versuche später belächelt. Dem liege aber oft ein Missverständnis zugrunde: „Ja, Hegel war ein Denker des Ganzen“, sagt Bertram. 

„Aber nicht, weil er einen übertriebenen Systemanspruch hatte, sondern weil er sich dazu verpflichtet hat, einseitiges Denken zu vermeiden.“ Seine Philosophie rufe dazu auf, philosophische Probleme nicht isoliert zu betrachten, sondern in Zusammenhang mit all dem, „was uns als Menschen in unserem Weltverhältnis beschäftigt“.

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