Hisbollahs widersprüchliche Zweiteilung


Die Hisbollah ist eine paramilitärische Macht und in Libanon eine populäre Partei. Iran kritisiert ihr Betätigungsverbot in Deutschland als „respektlos“.

Thomas Avenarius | Süddeutsche Zeitung

Foto: imago images/snapshot. Polizisten durchsuchen einen Berliner Moscheeverein, nachdem das Innenministerium der Hisbollah verboten hatte, sich in Deutschland zu betätigen. Da sie eine ausländische Vereinigung ist, ist es nicht möglich, sie hierzulande zu verbieten.

Diese Reaktion überrascht nicht: Kaum hatte Innenminister Horst Seehofer ein umfassendes Betätigungsverbot in Deutschland für die Hisbollah ausgesprochen, meldete sich die iranische Regierung. „Diese Entscheidung der deutschen Regierung gegen Hisbollah war irrational und eine Respektlosigkeit gegenüber Libanon und der libanesischen Regierung“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi.

Was an Argumentation folgte, war ebenso vorhersehbar. Die libanesische Schiiten-Organisation sei eine anerkannte, populäre und legitime politische Partei im Libanon, keine Terrororganisation, so der Sprecher. Sie sei viel mehr ein Gegner des „wahren Terrorismus“ in der Region. Die Quintessenz der iranischen Schelte: Deutschland ist der Lakai Israels.

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