Kritik an Giorgio Agambens Thesen

coronavirus sars-cov-2

Der Philosoph Giorgio Agamben und seine Coronathesen: Eine italienische Debatte strahlt auf Europa aus.

Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Ärzte und Krankenschwestern bei einem Flashmob vor einem Krankenhaus in Turin.Foto: Marco Alpozzi, dpa

Er ist Bürger eines der am stärksten vom Virus betroffenen Länder, einer der prominentesten lebenden Philosophen und gilt als Fachmann für das Thema: 2003 erschien Giorgio Agambens Buch „Ausnahmezustand“.

Im deutschen Sprachraum ist Agamben in der Coronakrise deshalb ausführlich zu Wort gekommen, kürzlich hat die „Neue Zürcher Zeitung“ die vorerst letzte seiner Interventionen veröffentlicht, „Domanda“ („Nur eine Frage“).

Im Herkunftsland des Denkers haben seine Interventionen ihm erheblichen Gegenwind eingetragen. Am 26. Februar hatte Agamben in einem Artikel für die linke Tageszeitung „Il manifesto“ – er erschien gleichzeitig im Blog des Verlags Quodlibet unter dem provozierenden Titel „Die Erfindung einer Epidemie“ – von „hektischen, irrationalen und völlig grundlosen Notfallmaßnahmen“ geschrieben und einer bloß „vermuteten Epidemie“.

weiterlesen