Memory of the World


NS-Verfolgung: Die Arolsen Archives öffnen ihre Bestände. Millionen Dokumente geben den Toten ihre Identität zurück – und offenbaren minuziös das Ausmaß der Verbrechen

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Personalkarte aus dem KZ Buchenwald. Name: Hermann Friedrich Christof Baden, geb. 1890. Bild: © Arolsen Archives / Foto: Andreas Greiner-Napp

Während seit Jahren die Gewalt gegen Juden in Europa zunimmt, Provokationen in NS-Gedenkstätten sich mehren und Belästigungen und Schikane zum Alltag gehören, arbeiten Holocaust Researcher hinter den Kulissen daran, die Erinnerung wachzuhalten und den oftmals Namenlosen eine Gestalt zu geben.

Transportliste über einen der sogenannten „Alterstransporte“ von betagten jüdischen Menschen aus Berlin ins Ghetto Theresienstadt. Bild: © Arolsen Archives

Jetzt haben die Arolsen Archives, ein internationales Zentrum über NS-Verfolgung mit Sitz in Deutschland (International Center on Nazi Persecution, Bad Arolsen) zusammen mit der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Israel) eine voluminöse Sammlung über die Opfer der Nationalsozialisten online gestellt. Diese dokumentiert die Verbrechen der Nazis mit einzigartigen Beweisstücken. Das Arolsen-Archiv stellt mit seinen Originaldokumenten und Kopien die Nachforschung über Millionen Vergessener bereit, darunter Hinweise und Einzelheiten über Zwangsarbeiter, Verschleppte, Ermordete, Überlebende und Migranten, unzählige Namen auf Transport- und Deportationslisten, Recherchen zur Migration nach 1945 und noch vieles mehr.

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