Frankreichs Frust mit dem Wuhan-Labor

coronavirus sars-cov-2

Von Frankreich geliefert, von den USA attackiert: Das Labor wird zu einem Lehrstück geopolitischer Macht- und Handelsinteressen

Stefan Brändle | DERSTANDARD

Langsam kehrt in Wuhan wieder Normalität ein. Foto: Cheng Min via http://www.imago-images.de

„Stolz und glücklich“: Mit diesen Worten weihte Frankreichs Premierminister Bernard Cazeneuve vor gut drei Jahren in Wuhan das brandneue Immunologielabor ein. Das franko-chinesische Gemeinschaftswerk der höchsten Sicherheitsstufe P4 geht auf die Amtszeit von Präsident Jacques Chirac zurück, eines Freundes asiatischer Zivilisationen. Sein Bekannter, der chinesische Arzt Chen Zhu, der seine Ausbildung teilweise an Pariser Kliniken erhalten hatte, leitete das Pilotprojekt zusammen mit Alain Mérieux, dem Chef eines anderen P4-Labors in Lyon.

2017 wurde daraus ein bilaterales Kooperationsabkommen. China finanzierte den 40 Millionen Euro teuren Bau, Frankreich lieferte die begehrte Sicherheitstechnologie, denn weltweit gibt es nicht einmal 30 Labors des Niveaus P4.

weiterlesen