Narrative und Fiktive


Seit 24. April läuft vorab auf dem Bezahlsender Sky die Zweite Staffel der ZDF-Serie „Das Boot“ an. In der ersten Staffel behandelte ein Handlungsstrang einen US-Industriellen mit Präsidenten-Ambition, der an der Bewaffnung Nazideutschlands mitverdient.

Markus Kompa | TELEPOLIS

Erste Staffel. Bild: © ZDF/ Nik Konietzny

Dieser Plot rief wortgewaltige Kritiker vor allem der Springerpresse auf den Plan, die in der Fiktion „Geschichtsklitterung“ witterten und die anfängliche Unterstützung Hitlers durch US-Eliten als „rechte Verschwörungstheorie“ abtaten, obwohl diese historisch durchaus gesichert ist. Unter diesen Kritikern befanden sich nicht nur unbedarfte Journalisten, sondern auch Historiker, die lieber Narrative bedienten und dafür ausgerechnet Fiktion geißelten.

Als der Autor dieser Zeilen im Januar in seinem Artikel: „Das Boot“ fährt in vermintem Terrain die Kritiker freundlich auf die ARD-Dokumentation „Hitlers amerikanische Geschäftsfreunde“ hinwies, geriet auch er für diesen Frevel in die Kritik. Die im Beitrag aufgestellte These des Autors, die Nazi-Verstrickung der Wall Street sei ein unerwünschtes Thema, wurde damit eindrucksvoll bestätigt.

Mancher der Kritiker schrieb gar, „Behauptungen, nach denen Hitlers Aufrüstung und der Angriffskrieg der Deutschen von ausländischen Kapitalgebern („Wall Street“) auch nur unwesentlich mitfinanziert wurden, würden „durch keinen einzigen seriösen Historiker gestützt“, im Gegenteil seien „diese Behauptungen historisch längst widerlegt“. Sie kursierten „heute unter Verschwörungstheoretikern und in Publikationen aus dem Querfront-Umfeld“, es handele sich um eine „verkappte antisemitische Kritik an Juden“. Die „Engländer und die Amerikaner, auch die Rote Armee“ hätten Europa vom Faschismus befreit. Der Zweite Weltkrieg sei „ein Krieg zwischen Gut und Böse“ gewesen.

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