20 Jahre „Donum Vitae“: Ein Nein der Laien zum Nein des Papstes


Schein oder nicht Schein? Um diese Frage wurde in der Deutschen Bischofskonferenz jahrelang gestritten. Schließlich sprach der Papst ein Machtwort. Doch mit dem Schwangerenberatungsverein „Donum vitae“ setzten sich prominente Laien über Rom hinweg.

Andreas Otto | katholisch.de

Es ist ein Nein zu einem päpstlichen Nein. Jahrelang hatte die deutsche katholische Kirche um die Frage gerungen, ob sie mit ihrer Schwangerenberatung im staatlichen System bleiben kann. Bis dann Papst Johannes Paul II. 1999 ein Machtwort sprach und den Ausstieg verfügte. Als Gegenreaktion riefen prominente Katholiken mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Geburtshelfer den bürgerlichen Verein „Donum Vitae„, zu Deutsch: Geschenk des Lebens, ins Leben. Das Ziel: Das kirchlich profilierte Beratungsangebot fortführen. Vor 20 Jahren – am 5. Mai 2000 – öffnete im saarländischen Homburg die erste Beratungsstelle.

Stein des Anstoßes war und ist der Beratungsschein. Er weist nach, dass die für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch notwendige Konfliktberatung stattgefunden hat. Kritiker wie der im Jahr 2000 verstorbene Fuldaer Bischof Johannes Dyba kanzelten den Nachweis als „Lizenz zum Töten“ ab. Er und vor allem der langjährige Kölner Kardinal Joachim Meisner (1933-2017) drängten auf den Ausstieg – gegen den Willen der meisten ihrer deutschen Amtskollegen.

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