Seenotrettung im Mittelmeer: „Ich lasse euch im Wasser sterben“


Während Italien endlich Geflüchtete an Land lässt, wird gegen Maltas Premier ermittelt. NGOs legen Mitschnitte von Geretteten vor, die ihn belasten sollen.

Christian Jakob | taz

Nach zwei Wochen Quarantäne an Bord der „Rubattino“ dürfen die Geflüchteten endlich an Land Foto: Alessandro Fucarini/imago

183 aus Seenot gerettete Menschen durften am Montagmorgen in Palermo an Land gehen. Die Behörden beendeten die zweiwöchige Quarantäne an Bord der italienischen Fähre „Rubattino“. Zuvor waren alle 183 negativ auf das Coronavirus getestet worden. Die Menschen waren im April von den Rettungsschiffen „Alan Kurdi“ der deutschen NGO Sea-Eye sowie „Aita Mari“ der spanischen NGO SMH an Bord genommen worden. Unter ihnen befinden sich auch 44 unbegleitete Minderjährige.

Während der vergangenen 14 Tage waren die Geretteten auf der Fähre „Rubattino“ vom italienischen Roten Kreuz versorgt worden. Italien hatte ursprünglich angekündigt, sie nach Ende der Quarantäne nicht an Land zu lassen. Stattdessen sollten andere EU-Staaten, etwa die Flaggenstaaten der „Alan Kurdi“ und der „Aita Mari“, Deutschland und Spanien, sie direkt übernehmen. Dies wäre praktisch allerdings kaum durchführbar gewesen.

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