Solare Sanftmut festgestellt


Eruptionen, Sonnenflecken und Lichtschwankungen verändern ständig das Antlitz der Sonne – doch als temperamentvoll lässt sich unsere kosmische Mutter offenbar nicht bezeichnen: Im Vergeblich zu anderen Sternen ihrer Klasse ist sie auffallend wenig aktiv, geht aus einer Analyse der Helligkeitsschwankungen von 369 sonnenähnlichen Sternen hervor. Der Befund des internationalen Forscherteams wirft nun die Frage auf, ob die Sonne ein grundlegend „sanftmütiger“ Stern ist, oder ob sie nur seit einigen Jahrtausenden eine ungewöhnlich ruhige Phase durchmacht.

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Vergleich der Helligkeitsschwankungen unserer Sonne mit denen eines typischen, sonnenähnlichen Sterns. (Bild: MPS/hormesdesign.de)

Sterne brodeln nicht immer gleichmäßig vor sich hin – ihre Aktivität verändert sich. Dabei entstehen Turbulenzen in den extrem heißen Gasen, die mit Veränderungen des Magnetfeldes verknüpft sind. „Das Magnetfeld ist die treibende Kraft, die für alle Aktivitätsschwankungen verantwortlich ist“, sagt Co-Autor Sami Solanki vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen (MPS). Der Zustand des Magnetfeldes bestimmt ihm zufolge, wie häufig die Sonne in heftigen Eruptionen Strahlung und Teilchen ins All schleudert, wie zahlreich dunkle Sonnenflecken oder besonders helle Regionen auftreten – und damit auch wie hell die Sonne scheint. Als deutlichstes Zeichen der Sonnenaktivität gilt in diesem Zusammenhang die veränderliche Häufigkeit der Sonnenflecken.

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