Wüsten-Mikroben machen Gestein zu Wasser


Kein Tröpfchen Wasser und dennoch gibt es Leben. Wie sich die Mikroben der trockensten Wüste der Welt mit dem Lebenselixier versorgen, haben Forscher nun aufgedeckt. Die raffinierten Bakterien besorgen sich das H2O gleichsam mit dem Brecheisen aus dem Gestein: Sie verwandeln Calciumsulfat-Dihydrat (Gips) durch organische Säuren in Anhydrit, wobei nutzbare Wassermoleküle frei werden. Dieses chemische Verfahren der Wassergewinnung verdeutlicht, dass mikrobielles Leben auch in scheinbar wasserfreien Umgebungen wie auf dem Mars möglich ist.

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Elektronenmikroskopische Aufnahme von Cyanobakterien, die in Gipsgesteinen aus der Atacama-Wüste leben. (Bild: Wei Huang)

Wegen der extremen Bedingungen dient die Atacama-Wüste Chiles der NASA sogar als Modell für die Marsoberfläche: Extreme Trockenheit, salzige Böden und starke UV-Strahlung machen sie zu einer der lebensfeindlichsten Regionen der Erde. Doch auch hier finden Organismen Existenzmöglichkeiten, haben Studien der letzten Jahre gezeigt. Neben anderen extremophilen Mikroben leben in der Atacama spezielle Vertreter der Cyanobakterien unter dünnen Gesteinsschichten. Geschützt vor zu harter Strahlung und den trockenen Winden betreiben sie dort mithilfe des zu ihnen hindurchscheinenden Lichts Photosynthese, um sich mit Energie zu versorgen. Neben der Atacama sind die sogenannten Chroococcidiopsis-Bakterien auch bereits von anderen Wüsten der Erde bekannt.

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