Der Islam ist keine Kirche – Es ist an der Zeit, sich gegen die interventionistische Islampolitik der Türkei zur Wehr zu setzen


Die Idee der deutschen Politik, muslimische Verbände zu deutschen Vereinen zu machen, ist gescheitert. Die Türkei mischt sich über den Moscheenverband Ditib in die deutsche Politik in einem Mass ein, das schädlich für das Zusammenleben ist.

Necla Kelek | Neue Zürcher Zeitung

Der bundesdeutsche Föderalismus zeigt nicht nur in Sachen Corona-Massnahmen, sondern auch hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Verbänden des organisierten Islam seine Vielfalt. Während die Landesregierung von Rheinland-Pfalz mit vier Islamverbänden, inklusive der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), eine «Zielvereinbarung» über eine Zusammenarbeit in Sachen bekenntnisorientierter Religionsunterricht schliesst, beendet das Land Hessen zwei Wochen später genau diese Zusammenarbeit mit der Ditib, der grössten islamischen Organisation in Deutschland. Es sei nicht klar, so der Kultusminister Alexander Lorz (CDU), ob die Ditib unabhängig genug vom türkischen Staat sei. Der SPD-Kultusminister Konrad Wolf in Mainz stellt zwar ebenfalls «strukturelle Mängel» in Sachen demokratische Willensbildung bei der Ditib fest, hält dies aber nicht für einen Hinderungsgrund hinsichtlich der Teilnahme an der Kommission für einen bekenntnisorientierten Islamunterricht.

In beiden Fällen wurden Gutachter bemüht, die das jeweilige Vorgehen befürworten. Der SPD-Kultusminister geht davon aus, dass die Ditib sich vom «Einfluss Dritter», sprich: von der Türkei, lossagt. Statt Kontrollen wurde eine «Selbstverpflichtung» vereinbart. Es heisst nun, die Ditib müsse die «rechtlichen und tatsächlichen Strukturen so gestalten, dass ein Einfluss Dritter . . . ausgeschlossen ist».

«Saf Almanlar» nennen meine türkischen Landsleute hinter vorgehaltener Hand die «naiven Deutschen», denen sie so leicht einen Bären aufbinden können.

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