Eine präzise Waffe gegen das Virus

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Es klingt nach einem Durchbruch. Forscher in Israel wollen bestimmte Antikörper zur Behandlung von Corona-Patienten isoliert haben. Ist Covid-19 in naher Zukunft also heilbar?

Kathrin Zinkant | Süddeutsche Zeitung

Foto: dpa. Hoffnungsträger Blutplasma? Weltweit laufen Studien zu möglichen Antikörpertherapien gegen das Coronavirus.

Zu den erstaunlicheren Phänomenen der Corona-Krise gehört, dass wissenschaftliche Fortschritte neuerdings von Politikern verkündet werden. So trat der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett in dieser Woche vor die Presse und berichtete von einem „wichtigen Durchbruch“: Am Israel Institute for Biological Research, einer Forschungseinrichtung zur Abwehr biologischer Gefahren in der israelischen Kleinstadt Ness Ziona, sei es gelungen, „monoklonale neutralisierende Antikörper“ gegen das neue Coronavirus zu entwickeln. Diese könnten den Erreger in Patienten ausschalten. Es klang tatsächlich nach einem Durchbruch. Und die Israelis sind mit ihrer Ankündigung nicht allein. Forschergruppen aus den Niederlanden und auch von der Universität Erlangen-Nürnberg wollen vergleichbare Antikörper gegen das neue Coronavirus isoliert haben. Ist Covid-19 in naher Zukunft also heilbar?

Im Körper entstehen viele Varianten von Antikörpern. Nicht alle können das Virus stoppen

Die Wahrheit ist etwas komplizierter. Sie hat etwas mit jenen Patienten zu tun, die eine Infektion mit dem neuen Virus bereits überstanden haben. Im ihrem Blut finden sich Antikörper gegen den Erreger – komplexe Eiweiße, die der Körper als präzise Waffe gegen das Virus bildet. Das passiert zunächst akut, später über Gedächtniszellen, um das Virus dauerhaft erkennen und beseitigen zu können.

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