Das rechtsextreme Netzwerk


«Der Flügel» hat sich aufgelöst, nun will es den Kurs der Alternative für Deutschland AfD bestimmen Völkisch, nationalistisch und illiberal.

Hans Stutz | tachles.ch

Nach aussen scheint nun alles geregelt. In den letzten Stunden des Monats April ging der Internetauftritt des völkisch-nationalistischen Netzwerks «Der Flügel» offline, ebenfalls die Social-Media-Kanäle. Dies nachdem das interne Netzwerk der Alternative für Deutschland (AfD) vor einigen Wochen seine Selbstauflösung angekündigt hatte, da der Verfassungsschutz Mitte März im «Flügel» «gesicherte extremistische Bestrebungen» wahrgenommen und der AfD-Bundesvorstand daraufhin die Auflösung auf Ende April gefordert hatte. Björn Höcke, Anführer der AfD-Rechtsaussen, hatte damals noch behauptet: «Ich kann den Flügel nicht auflösen, weil er niemals formalisiert war.» Kurz vor «Flügel»-Schluss stellte sich Björn Höcke an einem der letzten Apriltage vor eine Kamera, hinter sich das Kyffhäuser-Denkmal, ein Relikt des deutschen Nationalismus in Thüringen, gebaut zu einer Zeit, als das Deutsche Kaiserreich zur Kolonial- und damit Weltmacht werden wollte. Die Tageszeitung «Die Welt» nannte es unlängst ein «Denkmaldunkeldeutschland». Dreimal hatte der «Flügel» hier zum «Kyffhäusertreffen» geladen, Höhepunkt jeweils eine Rede Höckes. 2019 hatte die Frankfurter Rundschau befunden, «nicht nur Björn Höcke» demonstriere, «wie weit rechts die Partei agiert».

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