Türkische Lira fällt auf Rekordtief

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Am Kapitalmarkt geht die Sorge um, dass der türkischen Notenbank die Dollar-Reserven knapp werden.

Martin Hock | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die türkische Lira hat am Donnerstag auf einen Allzeittiefstand abgewertet. Für einen Dollar mussten bis zu 7,269 Lira bezahlt werden, für einen Euro bis zu 7,8554 Lira. Der Druck auf die Währung hatte nach der dortigen Finanzkrise im Jahr 2018 kurzzeitig nachgelassen.

Mit der Corona-Krise, als Investoren begannen, risikoreichere Anlagen abzustoßen, nahm er massiv zu. Seither hat die Lira um rund 16 Prozent abgewertet. Die Rendite der zehnjährigen Dollar-Staatsanleihe des Landes ist in diesem Zeitraum um mehr als 2,5 Prozentpunkte auf 8,15 Prozent gestiegen.

Massiv Dollar verkauft

Die Maßnahmen der Notenbank erwiesen sich bisher als unzureichend. Staatliche Banken verkaufen derzeit massiv Dollar. Dies aber hat die Brutto-Devisenreserven der Notenbank seit Jahresbeginn um knapp 20 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2018 schmelzen lassen. Marktteilnehmer reagierten nervös auf ablehnende Äußerungen eines amerikanischen Notenbank-Mitgliedes hinsichtlich des Ansinnens der Türkei, dem Land über Kreditlinien leichter Zugriff auf Dollar-Liquidität zu gewähren.

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