Von der Kirche verdammt, von Frauen gefeiert: 60 Jahre „Antibabypille“

Bild von Gabriela Sanda auf Pixabay

Freiheit mit Nebenwirkungen: Die Antibabypille hat das Leben von Frauen und ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung massiv verändert. Damals wie heute ernten hormonelle Verhütungsmittel massive Kritik – nicht nur vonseiten der Kirche.

Denise Thomas | katholisch.de

Während viele Frauen ihr heute skeptisch gegenüberstehen, revolutionierte ihre Einführung vor 60 Jahren die weibliche Sexualität grundlegend. Die Rede ist von der sogenannten Antibabypille, im Volksmund auch einfach „die Pille“ genannt. Am 9. Mai 1960 ließ die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA „Enovid“ das Präparat zur hormonellen Empfängnisverhütung zu – ein Meilenstein in Bezug auf die körperliche Selbstbestimmung der Frau. Viele Frauen feierten diese Entwicklung, doch es regte sich auch Widerstand.

Die Forschung zur hormonellen Empfängnisverhütung in den Vereinigten Staaten wurde maßgeblich durch die Frauenrechtlerinnen Margaret Sanger und Katharine McCormick vorangetrieben. Letztere stellte dem Wissenschaftler Gregory Pincus Geld zur Verfügung, der damit gemeinsam mit seinem Kollegen John Rock und mit den Vorarbeiten der Chemiker Carl Djerassi und Franc Colton das Mittel „Enovid“ entwickelte. Es enthielt das Schwangerschaftshormon Progesteron und das weibliche Hormon Östrogen, das während des weiblichen Zyklus den Eisprung verhindert.

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