Diakonie: Corona-Maßnahmen sind Katastrophe für Prostituierte


Für Frauen in der Armutsprostitution ist die Corona-Krise nach Angaben einer Beratungsstelle eine Katastrophe. „Je länger sie anhält, desto mehr verschärft sich die Situation für die Frauen“, sagte Julia Wege von der Mannheimer Prostituierten-Beratungsstelle „Amalie“ dem Evangelischen Pressedienst (epd).

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Wegen des corona-bedingten Prostitutionsverbots hätten die Frauen kein Einkommen mehr und wegen der geschlossenen Bordelle oft auch keinen Wohnsitz. „Viele dachten, die Maßnahmen halten nur kurz an, dann können sie weitermachen“, erläuterte Wege. Jetzt seien sie perspektivlos.

Derzeit betreue die Beratungsstelle der Diakonie Mannheim 30 Frauen, die wegen der Corona-Krise in akuter Not sind. „Sie sind mittellos, kommen überwiegend aus Osteuropa und haben meist keinen Kontakt zu Familienangehörigen“, berichtete Wege. Viele seien bei Freundinnen oder Kolleginnen untergekommen, einige lebten aber auch bei Freiern oder in Bordellen. Ihre Notlage werde oft ausgenutzt. Gerade arbeite sie daran, eine Mutter mit Kind unterzubringen. Eine andere Frau sei schwanger, habe aber keine Krankenversicherung.

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