Erdgeschichte: Rätsel der „großen Lücke“ gelöst?


Mysteriöses Verschwinden: An vielen Stellen weltweit klafft eine fast eine Milliarde Jahre umfassende Lücke in den Gesteinsablagerungen – schon Charles Darwin rätselte darüber. Jetzt haben Geologen die mögliche Ursache dieser „Großen Unkonformität“ zumindest stark eingeengt. Demnach trugen nicht die Gletscher der „Schneeball Erde“-Phase die fehlenden Schichten ab, sondern die Bildung und der Zerfall des Urkontinents Rodinia.

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Der in dieser Gesteinsformation in Colorado sichtbare abrupte Farbübergang markiert die Große Unkonformität – das Fehlen einer ganzen Ära der Ablagerungen. © Rebecca Flowers

Diese Lücke gibt Geologen seit Jahrhunderten Rätsel auf: In Schottland stieß James Hutton schon im Jahr 1787 auf einen abrupten Bruch in den Gesteinsschichten, die auf ein Fehlen von rund 80 Millionen Jahren an Ablagerungen hindeuteten. 1869 bemerkte der US-Geologe James Wesley Powell im Grand Canyon eine noch größere Lücke: Unterhalb der gut 500 Millionen Jahre alten Tonto-Gesteinsformation fehlen zwischen 175 Millionen und 1,2 Milliarden Jahre an Gestein.

Und auch Charles Darwin konnte sich nicht erklären, warum die fossilienreichen Schichten des Kambriums an vielen Stellen nach dieser Großen Lücke wie aus dem Nichts auftauchten – ohne dass es davor Vorgängerformen gab.

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