Philosoph Christian Bermes über Krisenmanagement: Hoffnung ist ein Lebenselixier


Viele Menschen hoffen derzeit auf Lockerungen der Coronamaßnahmen. Die Politik sei gut beraten, der Hoffnung auf Besserung Raum zu geben, sagt der Philosoph Christian Bermes. Denn apokalyptische Szenarien lähmten die Gesellschaft.

Moderation: Christian Möller | Deutschlandfunk Kultur

Zeichen der Hoffnung: Ein Hotel am Berliner Alexanderplatz formt ein Herz aus Lichtern der während der Coronakrise nicht buchbaren Zimmer. (imago images / Dirk Sattler)

Was dürfen wir hoffen? Diese philosophische Kernfrage Immanuel Kants stellt sich für viele Deutsche im Augenblick ganz konkret: Wann werden Schulen und Kitas öffnen und für wen? Wann dürfen Restaurants und Cafés wieder Gäste empfangen? Wann bieten Sportvereine, Schwimmbäder und Fitness-Studios endlich wieder Raum für unseren Bewegungsdrang? Die Bundesländer setzen unterschiedliche Akzente bei der Rücknahme der Beschränkungen. Manche Menschen verunsichert das umso mehr.

Erwartungen an die Zukunft brechen weg

Die Ausnahmesituation in der Pandemie ist eine Zeit des Hoffens und Bangens. Gerade darin zeige sich umso deutlicher, wie sehr die meisten unserer Handlungen auf verlässliche Annahmen über die Zukunft angewiesen seien, sagt der Philosoph Christian Bermes von der Universität Koblenz-Landau. Die Art und Weise, wie wir unser Leben organisieren, wie wir planen und wirtschaften, gründe in hohem Maße auf Erwartungen – Bermes spricht von einem „wissenden Zukunftsentwurf“ oder von „Zukunftsmanagement“:

„Dieses Zukunftsmanagement ist freilich offen für Änderungen. Es lässt auch Irrtümer zu, und es kann irritiert werden. Und solche Irritationen sind jetzt eingetreten.“

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