Präsidentschaftswahl in Polen: In die Tonne


Der Tag der Abstimmung gerät zur Realsatire. Mit der Geisterwahl, die ohne WählerInnen auskam, blamiert sich die Regierungspartei PiS komplett.

Gabriele Lesser | taz

Gültig, ungültig, einfach nur schlecht? Die PolInnen diskutieren über die Geisterwahl der PiS Foto: Czarek Sokolowski/ap

Vor den fantasievollen Wahlurnen in polnischen Parks und Einkaufsstraßen stellen sich Flaneure an, lassen sich ihre Briefwahlunterlagen aushändigen, kreuzen ihren Wunschkandidaten für das Amt des polnischen Präsidenten an und werfen den verschlossenen Wahl-Umschlag in die weißrote Abfalltonne.

Mit grotesken Wahlhappenings in mehreren polnischen Städten verspotteten viele PolInnen am 10. Mai 2020 die Präsidentschafts-Geisterwahl, die ganz ohne WählerInnen auskam. Statt die Anfang Februar für den 10. Mai angekündigten Präsidentschaftswahlen wegen der Coronapandemie abzusagen und auf einen späteren Termin zu verschieben, forcierten Polens regierende Nationalpopulisten das Tempo für eine neue Wahlgesetzgebung, die eine landesweite Briefwahl ermöglichen sollte. Einen Tag vor der Wahl trat das Gesetz in Kraft. Viel zu spät.

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