Ältere Menschen werden nicht geopfert


Es geht bei den Corona-Maßnahmen nicht darum, das Individuum an sich zu schützen. Sondern Behandlung für alle Erkrankten sicherzustellen. Eine Debattenanalyse.

Frederike Neuber | DER TAGESSPIEGEL

Die Spielplätze werden im Zuge der Lockerungen wieder geöffnet.Foto: Gabbert/dpa

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat mit seiner Aussageeine Lawine der Empörung losgetreten. Palmer kündigte sie selbst als Brutalität an: „Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären – aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen.“  

Vielfach wurde seine Aussage so interpretiert, dass er den Tod von Alten und Gebrechlichen in Kauf nehmen würde, nur um die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen.

Was auch immer man parteipolitisch von dieser Aussage oder von der Person Boris Palmer denken mag, seine derben Worte treffen einen Nerv.  

Der Aufschrei war groß, die Verwirrung in der Debatte jedoch auch. Wir sollten wissen, worüber wir diskutieren, sonst können wir auch keine guten Entscheidungen treffen. 

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