Drosten kritisiert Ärzte und Professoren, die „irgendeinen Quatsch in die Welt setzen“

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Virologe Christian Drosten warnt vor Falschinformationen und reißerischen Überschriften. Die Öffnung von Gaststätten hält er für verfrüht.

Paul Gäbler | DER TAGESSPIEGEL

Christian Drosten, Direktor, Institut für Virologie, Charite – wundert sich über die Einlassungen mancher…Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Im Corona-Update Podcast des NDR hat der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten erneut die Medien kritisiert. Das „Massenphänomen“ von verkürzten oder irreführenden Schlagzeilen halte er für „gefährlich“, sagte Drosten am Dienstag in der 40. Ausgabe des Podcast. Die Medien sorgen somit für eine „Zersplitterung der öffentlichen Meinung“. Drosten fügte aber hinzu, dieses Phänomen werde auch durch Wissenschaftler unterstützt, die „unter dem Deckmantel einer wissenschaftlichen Befassung Dinge verbreiten, die einfach nicht fundiert sind.“ 

Auch die Zunahme an Verschwörungstheorien kritisierte Drosten scharf. In sozialen Medien kursierten inzwischen millionenfach abgerufene Videos, die „voller Unsinn“ und „falscher Behauptungen“ seien, sagte er. Zum Teil seien Ärzte und Professoren dabei, „die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen“, ohne je zu den Themen gearbeitet zu haben. Namen nannte Drosten nicht. Hinzu kämen „richtige Verschwörungstheoretiker“. Der Virologe schilderte, er bekomme ein Echo zurück in Form von Anschuldigungen, Fragen und Ideen, die Menschen auf Grundlage von Verschwörungstheorien entwickelten.

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