Schweiz: Bischöfe beissen beim Bundesrat auf Granit


Dass sie gleich drei hohe Feiertage nicht in der Gemeinschaft begehen können, schmerzt Christinnen und Christen. Die katholische Kirche verlangt nun eine Ausnahme, um schon an Auffahrt Gottesdienste feiern zu können. Doch dafür hat die Regierung kein Gehör.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Ob in den Schweizer Kirchen, wie hier in der St. Galler Stiftskirche, bald wieder Gottesdienste stattfinden können, steht in den Sternen. Gian Ehrenzeller / Keystone

Langsam verlieren auch besonnene Kirchenfürsten die Geduld. So hat sich diese Woche der Bischof von Basel, Felix Gmür, in einem offenen Brief an den Bundesrat gewandt. Er betont, die Kirche habe die Massnahmen des Bundesrates stets mitgetragen und nach bestem Wissen und Gewissen an die Gläubigen vermittelt. Dies, obwohl das Gottesdienstverbot in der Karwoche und an Ostern für viele Menschen «sehr schwer zu ertragen» gewesen sei. Doch nun pocht Gmür, der derzeit auch die Bischofskonferenz präsidiert, auf eine sehr rasche Öffnung der Kirchen für grössere Gruppen.

Bereits an Auffahrt am nächsten Donnerstag, spätestens aber an Pfingsten (31. Mai) sollten wieder Messen möglich sein, fordert Gmür. Dass seit diesem Montag Shoppingcenter, Restaurants oder Bibliotheken öffnen dürfen, Gottesdienste aber verboten bleiben, ist laut dem Bischof nicht mehr zu vermitteln. «Für Hunderttausende sind wöchentliche Gottesdienste ein existenzielles Verlangen. Sie brauchen eine Perspektive.» Die entsprechenden Schutzkonzepte, die schon seit einigen Wochen vorlägen, taugten für Grossanlässe, Abstand und Hygiene würden eingehalten, beteuert Gmür.

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