Corona-Verschwörungstheorien: Neuer Anlass, uralte Geschichten


  • Sie verbreiten sich mit Höchstgeschwindigkeit in den digitalen Netzen – und haben zu Corona-Zeiten Hochkonjunktur.
  • Dabei sind die meisten Verschwörungstheorien bereits uralt.
  • Lesen Sie im folgenden einige Beispiele, die schon Hunderte oder gar Tausende Jahre kursieren und in Abwandlungen heute wieder hochaktuell sind.

Daniel Killy | RND

Eine der wirren Thesen, die in Corona-Zeiten Hochkonjunktur haben, ist die QAnon-Verschwörung: Eine amerikanische Zweitregierung im Untergrund, die die Welt lenkt (“Deep State”) halte weltweit Hunderttausende Kinder unterirdisch fest, foltere und missbrauche sie. Aus dem Blut dieser Kinder werde Adrenochrom gewonnen, ein Stoffwechselprodukt des Adrenalin. Das wiederum tränken dann die Millionäre, um sich damit zu verjüngen. In der QAnon-Geschichte, die auf dem Verschwörungsforum “4chan” verbreitet wurde, sind gleich zwei historische Verschwörungstheorien respektive Vorurteile verborgen.

Die QAnon-Verschwörung – verfolgbar bis ins römische Reich

Das erste ist tatsächlich in seinem Ursprung fast 2000 Jahre alt. Es wird von dem jüdischen Historiker Flavius Josephus (geboren um das Jahr 37 als Joseph ben Mathitjahu ha Kohen in Jerusalem) erwähnt. Josephus berichtet von dem griechischen Judenhasser Apion, der in Ägypten lebte und erzählt habe, Juden hätten jedes Jahr einen Griechen gekidnappt, ihn im Tempel in Jerusalem gefangen gehalten, gemästet und schließlich geopfert, ausgeweidet und verzehrt.

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