Debatte um den Intellektuellen Achille Mbembe verläuft nach Drehbuch


Zwei politische Ideologien treffen aufeinander und alle Beteiligten arbeiten mit der Rhetorik des Verdachts. Daher dreht sich alles im Kreis. Ein Gastbeitrag.

Natan Szaider | DER TAGESSPIEGEL

Der führende Theoretiker des Post-Kolonialismus, Achille Mbembe, geriet plötzlich in Deutschland ins Kreuzfeuer.Foto: Matthias Balk/dpa

Es war der 7. November 1917 in München. Der Soziologe Max Weber sprach vor jungen Studierenden über wissenschaftliche Aufrichtigkeit. „Wissenschaft als Beruf“ ist inzwischen zum Klassiker geworden.

Weber versuchte seinen Zuhörern den Unterschied zwischen praktisch-politischen Stellungnahmen und wissenschaftlicher Analyse politischer Gebilde nahezubringen.

Worte können, so Weber, Pflugscharen zur Lockerung des Erdreichs des kontemplativen Denkens sein, oder auch Schwerter gegen die Gegner: Kampfmittel.

Die politische Atmosphäre in Deutschland war aufgeheizt und machte auch nicht vor den Universitäten halt.

Die feuilletonistischen Gemüter erhitzen sich

Mehr als 100 Jahre später, just in dem Moment in dem das Corona-Virus etwas in den Hintergrund rückte, erhitzten sich die feuilletonistischen Gemüter um Achille Mbembe, einen der wichtigsten wissenschaftlichen Vertreter der post-kolonialistischen Theorie.

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