Webasto-Cluster: Was sich aus den ersten deutschen Covid-19-Fällen lernen lässt

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Forscher haben die Transmissionskette ausgehend von Patientin null minutiös rekonstruiert. Aus den 16 Ansteckungen lassen sich einige Schlüsse ziehen

Klaus Taschwer | DERSTANDARD

Die ersten deutschen Fälle von Covid-19 traten bereits Ende Jänner bei einer Firma in München auf. Eine chinesische Geschäftsreisende, die ab dem 19. Jänner für drei Tage in Deutschland war, hatte sich in China mit Sars-CoV-2 infiziert und steckte bei Meetings vier Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto an. Die Folge waren insgesamt 16 bestätigte Fälle in vier Generationen, die als „Webasto-Cluster“ bezeichnet wurde. Danach konnte die Transmissionskette vor allem durch Isolierung und Quarantäne der Betroffenen unterbrochen werden.

Rund drei Monate später veröffentlichten Wissenschafter um Andreas Zapf (Universität Magdeburg) und Christian Drosten (Charité in Berlin) nun eine fast schon kriminologisch anmutende Analyse der 16 Patienten in Bayern und ihrer 241 Kontakte. Die Publikation in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ vollzieht sämtliche Infektionen nach und schlüsselt minutiös auf, welche möglichen Übertragungswege und Ansteckungsraten es gab. Und daraus lassen sich auch einige allgemeine Schlüsse ziehen.

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